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Stölpchensee Saga

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Autor: Martens / Jarzambek

Trotzig streckte der kleine, ganz in schwarz gekleidete Mann mit den auffällig kurzen Beinen und einem Spitzbart, mir die offene Hand hin. In ihr lagen fünf Goldmünzen. Er war zu mir an den See gekommen und ich hatte das Gefühl, er will mir nicht nur die Münzen zeigen, sondern eine Geschichte dazu erzählen; und so war es. Einen Stuhl konnte ich ihm derzeiz nicht anbieten, denn die Parzelle 96 bestand zu diesem Zeitpunkt nur aus Sand und Geröll. Es war 1947.

Der kleine Mann fing an zu erzählen:

Ich war Baggerführer über 10 Jahre hier in der Kuhle. Meine Familie wohnte damals in Sasel und da ich schlecht zu Fuß bin und ich für die Bahn nicht so viel Geld ausgeben wollte, hatte ich mir unten in der Kuhle eine kleine Hütte gebaut. Hier schlief ich und nahm auch meine bescheidenen Mahlzeiten ein. Ich hatte eine große Leidenschaft, das waren Goldmünzen. Jeden Monat, wenn ich meinen Lohn bekam, kaufte ich mir entweder einen 20-Dollar-Liberty, ein Pfund Edwart der Siebte oder 20 Franken Leopold der Zweite in 900-er Gold. Zwölf Jahre habe ich hart gearbeitet, 12 Stunden am Tag und 6 Tage die Woche.

Dann kam der schicksalsschwere Tag.


Wir aßen gerade zu Mittag. Es gab wie immer ein Stück Brot, dazu eine fingerdicke Scheibe Speck und schwarzen Kaffee aus dem Kaffeetank. Mittendrin kam der Ruf: "Wasser!!!!"

Alle liefen durcheinander, um nicht nur ihre persönlichen Habseligkeiten zu retten, sondern auch die wertvolle Lokomotive, die vielen Loren, Pumpen und vor allem die Kiste mit dem Dynamit. Aber Wasser ist schneller als man denkt. Schon nach einer halben Stunde stand es einen halben Meter hoch.

Ich rannte zu mweiner Hütte und brach mit dem Stemmeisen die Dielenbretter auf, um meine Goldmünzen, die in einer Holzkiste dort lagen, zu retten. In meiner Panik zertrümmerte ich beim aufbrechen der Dielenhölzer auch gleich noch den Holzkasten. Die Münzen fielen in den Sand. Das Wasser war da und bedeckte die Münzen sofort mit seinen schmutzigen Schleier. Ich hatte nur diese fünf Münzen retten können. Die einhundertneununddreißig Münzen liegen noch immer dort unten.

Zwei Mal habe ich noch versucht, danach zu tauchen, aber es war viel zu tief.

Der Mann ging dann wieder fort und ich habe ihn nie wieder gesehen.

Später, als unsere Hütte fertig war und die Kinder mal wieder Äste und Schlamm aus dem Wasser am Ufer zogen, um besser baden zu können, sah ich etwas zwischen dem Mudd in der Sonne glitzern. Es war eine Münze. Auf der Vorderseite ist ein Reiter zu sehen, der mit einem Speer einen Löwen erlegt. Auf der Rückseite sieht man das Portrait der Elisabeth von England mit der Inschrift: Elisabeth die 2te, Dei-Gratia-Regia, 6,322g Gold.


Diese Münze liegt noch heute bei uns in einer kleinen Vitrine. An langen Winterabenden erzählte Oma Elfriede diese Geschichte immer und immer wieder. Dabei hielt sie die Münze in der Hand, drehte sie so im Kerzenlicht, dass sie funkelte und blitzte. Dabei habe ich dann ihr verschmitztes Zwinkern in ihren Augen gesehen.

 

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