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Generationswechsel 1998

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1998 gab es im Vorstand einen Generationswechsel.

Unser damals langjähriger 1. Vorsitzender Kurt Ruskowski trat ab und es wurden neue Freiwillige gesucht. Da ich schon seit einer Wahlperiode als Beisitzer tätig war, stellte ich mich als 2. Vorsitzender zur Verfügung. Peter Kohle hob ebenfalls die Hand und wurde dadurch zum 1. Vorsitzenden. Wir verstanden uns in fast jeder Richtung. Auch der Kassierer Rüdiger Gippert und ein Beisitzer, der Anwalt ist, gehörte zur neuen Riege.

Als Erstes sichteten wir die Unterlagen. Das Rechnungswesen bestand aus einzelnen Karteikarten und jede Rechnung wurde per Hand geschrieben. Ebenso waren, schon bei einfacher Durchsicht, viele Rechnungen Fehlerhaft, weil Rechenfehler vorhanden waren. Einige zahlten ihre Pacht sogar monatlich in bar.

Ich beschäftigte mich dann mit etlichen Programmen, um das auf den PC zu bekommen. Viel Auswahl gab er zu der Zeit nicht. Man bedenke, dass damals 640 kb Arbeitsspeicher eine Errungenschaft war. Etwas fertiges gab es nicht, also versuchte ich es zuerst mit dem Programm Lotus 123. Bis zur 10. Parzelle kam ich, dann kam die Fehlermeldung: "Zuwenig Arbeitsspeicher". Ich fragte mich dur, bis ich auf das Programm F&A stieß. Eine eindimensionale Datenbank.

Ich arbeitete daran nach dem Motto: "learning by error". Ein Handbuch hatte ich nicht, denn zum Anfang wollte ich das ja nur testen. Als ich den Durchblick hatte, kaufte ich das Programm. In das Handbuch hatte ich dann auch nicht mehr geschaut. Heute ist das ja viel einfacher, denn für jedes Programm gibt es im Internet ein Forum, wo man sich schlau machen konnte. Damals war man froh, wenn man sich über BTX seine Kontodaten holen konnte. 1 MB Download dauerte runde 4 Stunden und war teuer wie "Schwein".

Als die ersten 10 Parzellen reibungslos liefen und auch die Rechnungen stimmten, ging es daran, alle Parzellen ein zu pflegen. Es folgten dann noch viele Testläufe, bis wir auf der kommenden Hauptversammlung das Ergebnis verkünden konnten. Jetzt war es möglich, monatlich die Pacht vom Konto ein zu ziehen und am Jahresende per Knopfdruck die Rechnungen zu drucken und auch die Buchführung ab zu schließen. Es kamen zum Anfang viele Einwendungen. Datenschutz kannte man damals schon. Da ich aber mit dem Thema durch die Firma, in der ich arbeitete, bestens vertraut war, konnte ich das widerlegen.

Dieses Programm lief noch bis 2008. Dann wurde es durch ein neues, welches uns Andreas Maas schrieb, ausgetauscht.

Abwasserprojekt 1990

Nebenbei machten wir uns über Gedanken, wie man es den Mitgliedern beibringen kann, die Abwassergruben nicht nur regelmäßig zu entleeren, sonder auch die Gruben so abzudichten, dass nichts mehr davon in die Umwelt entweichen konnte. Es gab schließlich in Hamburg eine Verordnung, wo jeder nachweisen muss, dass er mindestens 75% des Wasserverbrauchs nachweislich entsorgen muss.

Um das sinnvoll zu hinterfragen, war es nötig die einzelnen größen der Gruben zu notieren. Entsprechende Rundschreiben wurden verfasst und der Datensatz war komplett. Nun mussten die Mitglieder bei der Abgabe des jährlichen Wasseruhrstandes auch verbindlich angeben, wie oft die Grube entleert wurde. Natürlich machten wir dann auch Stichproben, was sich rum sprach. Peters Einstellung dazu: "Wer sich nicht daran hält, kann sich eine Wohnung in Steilshoop suchen!"

Ein Jahr nach der abgeschlossenen Aktion hatte ich plötzlich von der Umweltbehörde besuch. Es gab Beschwerden, dass die Osterbek, die bei uns beginnt, stark verschmutzt ist und man annimmt, dass es an unseren Gruben liegt. Ich legte den Herren unsere Maßnahmen vor und konnte somit nachweisen, dass es nicht an unseren Gruben lag. Die Herren waren begeistert und wollten unsere Maßnahmen auf andere Kleingärten anwenden. Ich bekam dann auch die Zusage, dass unsere Mitglieder ihre Gruben erneuern dürfen, wenn diese marode waren. Das ist durch die Behörden auch nicht selbstverständlich.

Viele erneuerten dann darauf die Gruben. Diese sind jetzt in einem Plastiksack gehüllt und es kann nichts mehr austreten. Die Abwassermeldungen müssen aber immer noch erbracht werden.

Das nächste Projekt war unser See. 1990

Unser See ist ca. 1 ha groß und ist an seiner tiefsten Stelle 8 m tief. Er hat ein Wasservolumen von ca. 40.000 m3. Der See hat keinen Zulauf und wird von unterirdischen Quellen gespeist. Der Überlauf geht in die Osterbek, die bei uns entspringt. So ein Gewässer altert. Das heißt, es kommen Nährstoffe über das Oberflächenwasser rein. Dazu kommen noch die Blätter vom Baumbestand. All das sammelt sich am Grund und fängt an zu faulen. Diese Feulnisprozesse entziehen dem Wasser den Sauerstoff. Es lagert sich von Jahr zu Jahr mehr am Grund ab. Als wir das untersuchen ließen, gab es schon eine Sedimentschicht von 3 Meter. Die Prognose war sehr düster. Es bestand die Gefahr, dass der See "umkippt" und wir an einem toten See wohnen würden.

Wir bauten eine Sauerstoffanreicherung für den See. Hier wurde reiner Sauerstoff in luftdurchgängige Rohre am Grund des Sees gepumpt. Wir hofften, dass sich dadurch das Sediment abbaut. Die Kosten für die Sauerstoffflaschen waren enorm, aber wenn es hilft ist es ja gut.

Durch Peter Battmer bekamen wir die Verbindung zur Firma UIT. Diese Firma hatte eine "Reinigungsanlage" für die benachbarte Badeanstalt aufgestellt. Beide Seen hatten die gleichen Probleme. Die Firma UIT machte uns ein Angebot. Sie wollten bei uns eine Pilotanlage bauen, denn die Anlage für die Badeanstalt war viel zu groß dimensioniert. Die Firma hätte dann eine Anlage für kleinere Seen zum vorführen. Das ganze würde uns dann trotzdem 15.000 DM im Jahr kosten. Dafür bekamen wir aber die Garantie, dass sich das Sediment mit der Anlage schnell reduziert. Wir (der Vorstand) willigten ein. Eigentlich begaben wir uns ganz schön aufs Glatteis, denn solche Ausgaben konnte man nur auf einer Mitgliederversammlung absegnen lassen.

Die Abstimmung erfolgte für die Anlage mit ganz wenig Gegenstimmen. Gut wenn man einen Anwalt im Vorstand hat, der so eine Maßnahme gut erklären kann.

Heute läuft die Anlage nur noch an ganz wenigen Tagen im Jahr, denn das Sediment hat eine maximale Höhe von 50 cm. Der See hat jetzt Trinkwasserqualität. Es werden immer noch einmal im Monat Wasserproben aus verschiedenen Tiefen genommen, um die Qualität zu halten.

Hier das Prinzip der Anlage:

Müllprojekt (1991)

Jahrelang standen bei uns auf den Wegen Müllkontainer zur Entsorgung des Hausmülls. Wie das immer so ist bei soch großen Gefäßen, es sind immer zu wenig davon aufgestellt. Denn schon am Abend nach der Leerung waren die Behältnisse wieder voll. Man musste schon schnell sein, um seinen Müll los zu werden. Oft standen dann Mülltüten daneben, die von der Müllabfuhr liegen gelassen wurden. Es musste sich immer jemand opfern um den Müllplatz sauber zu machen. Meist war es der Jenige, der seinen Garten hinter dem Kontainer hatte. Auch kamen die lieben Nachbarn von der anderen Straßenseite im Swartenhorst, um ihren Müll bei uns zu entsorgen. Gartenmüll, Sperrmüll usw. alles war vorhanden, denn die Öffnung war ja groß genug.

Müllvermeidung oder sogar Mülltrennung war zu der Zeit nicht angesagt. Mich ärgerte es aber, dass eine alte Dame, die allein auf ihrer Parzelle wohnt, das gleiche an Müllkosten hat, wie eine sechsköpfige Familie. Mein Ansinnen war es, wer viel Müll verursacht, soll auch viel bezahlen. So setzte ich mich hin und verfasste ein Rundschreiben, worin jeder angeben sollte, wie groß seine Mülltonne sein soll, wenn wir das auf Einzeltonnen umstellen würden. Die Preise gab es gleich mit.

Mit dem Ergebnis ging ich dann zur Müllabfuhr und wollte, dass das System umgestellt wird. Die waren nun absolut nicht davon begeistert, weil es ja aufwendiger ist. Mit Argumenten wie: "Dann sind in der gesamten Umgebung alle Gräben voll mit Hausmüll!" und ähnlichem, wollte man mich abwimmeln. Ich blieb hartnäckig. Dann kam der letzte Versuch: die Müllfahrzeuge sind zu groß für unsere Wege.

Der Test kam. Ein Müllfahrzeug sollte unsere Wege abfahren. Ein ziemlich missmutiger Fahrer fuhr den Hauptweg entlang. Hinten in der Kehre wendete er das Fahrzeug wie ein Fahranfänger und es gelang ihm, einen Jägerzaun zu zerlegen. Das Ergebnis: Einzelne Müllbehälter werden nicht an den Parzellen abgeholt.

Jetzt wurden Angebote eingeholt, um auf dem Parkplatz am Vereinshaus Müllboxen aufzustellen. Diese sind dann mit einem Schloß versehen. Auch der Kontainer für unsere Wochenendler kam in eine abschließbare Müllbox. Diese Aktion hatte dem Verein rund 20.000 DM gekostet. Jeder einzelne hatte dann aber eine enorme Reduzierung seiner Müllkosten und unser Gelände war sauber.

Durch die Einführung des grünen Punktes konnten viele Müllbehälter später auch noch verkleinert werden.

Dann kam das Angebot der Müllabfuhr, entweder Gefäße für kompostfähigen Abfall aufzustellen oder man bekommt ein Gestell um einen eigenen Komposthaufen im Garten einzurichten. Ich habe dann von der Müllabfuhr 80 Kompostkisten abgeholt und sie zu den Parzelleninhabern gebracht.

 

 

 

 

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